Definition
Ein formaler, systematischer Prozess, der während Entwurf, Integration und Betrieb angewendet wird, um Gefährdungen zu identifizieren, die damit verbundenen Risiken zu analysieren und zu quantifizieren, Sicherheitsanforderungen zu definieren und nachzuweisen, dass Maßnahmen akzeptable Sicherheitsniveaus für ein Luftfahrtsystem über dessen Lebenszyklus erreichen.

Prinzip

Prinzip
Gefährdungen iterativ aus betrieblichen Kontexten identifizieren, deren kausale Ketten durch Systemmodelle verfolgen, Risiken mit glaubwürdigen Metriken quantifizieren, Sicherheitsanforderungen zuordnen und durch Analyse, Tests und betriebliche Nachweise zeigen, dass das Restrisiko die vereinbarten Akzeptanzkriterien erfüllt.

Demonstration

Demonstration
Bei der Entwicklung einer Flugregelungsarchitektur wird eine Gefährdungsanalyse durchgeführt, die Szenarien für Kontrollverlust identifiziert; eine quantitative Risikobewertung bestimmt erforderliche Redundanz und Fehlertoleranz, und es entstehen Sicherheitsanforderungen für Überwachung, Rückfallmodi und Wartungsprüfungen.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Bewertung als spätes Papier‑Exercise zu behandeln und Checklisten ohne rückverfolgbare Verknüpfung zu Anforderungen, Architektur und betrieblichen Anwendungsfällen zu erstellen, wodurch reale betriebliche Risiken nicht reduziert werden.

Konsequenz

Konsequenz
Eine sorgfältige Sicherheitsbewertung liefert rückverfolgbare Sicherheitsanforderungen, Designänderungen, Verifizierungspläne und Betriebsbeschränkungen, die zusammen die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Folgen von Gefährdungen verringern und die Zertifizierung sowie den sicheren Betrieb unterstützen.

Umkehrung

Umkehrung
Fehlende oder mangelhafte Durchführung der Systemsicherheitsbewertung führt zu ad‑hoc Risikobehandlung, undokumentierten Annahmen und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, dass latente Gefährdungen im Betrieb auftreten.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt auf System‑ und System‑of‑Systems‑Ebene für luftfahrtechnische Produkte und Operationen; unterscheidet sich von arbeitsplatzbezogenen Sicherheitsprogrammen und rein komponentenbezogener Zuverlässigkeitsanalyse, obwohl Zuverlässigkeitsdaten als Eingabe einfließen.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen Sicherheitsbewertung (Akzeptanz des Restrisikos im Kontext) und Zuverlässigkeitstechnik (Ausfallwahrscheinlichkeit einer Komponente); eine zuverlässige Komponente garantiert allein keine akzeptable Systemsicherheit ohne Kontext und Gegenmaßnahmen.

Synthese

Synthese
Systemsicherheitsbewertung vereint Gefährdungsidentifikation, Kausalanalyse, quantitative Risikobewertung und Verifizierungsaktivitäten zu einem Lebenszyklusprozess, der betriebliche Bedenken in Designanforderungen und Nachweise überführt, dass Luftfahrtsysteme vereinbarte Sicherheitsziele erreichen.